Rotwand, 1884 m (Bayerische Voralpen)

Rotwand mit Südost- und Ostseite

Rotwand mit Südost- und Ostseite

Rotwand - Gipfel-Daten zu diesem Berg

Oft sind die bekannten und vielbesuchten Berge nicht unbedingt auch die schönsten - für die Rotwand gilt dies aber keinesfalls. Sonnige Grashänge in dieser Höhe und eine so umfassende Aussicht bis zu großen Teilen des Alpenhauptkamms hin findet man in den Bayerischen Voralpen ansonsten nur noch am Hinteren Sonnwendjoch. Dazu kommt die abwechslungsreiche nähere Umgebung mit den steilwandigen Felsköpfen im Westgrat, dem völlig gegensätzlichen Miesingmassiv und den Waldhügeln, die im Westen Schindermassiv und Weißachtal begleiten.

Die Besteigung lohnt sich besonders im Herbst, wenn man die Sonne beim Aufstieg über die grasigen Südflanke genießen kann, ohne dass es zu heiß wird. Kleiner Nachteil: entsprechend voll wird es am Gipfel an schönen Tagen, auch wegen der guten Erreichbarkeit über einen aussichtsreichen Höhenweg von der Taubensteinbahn aus. Länger, aber mindestens genauso lohnend ist an klaren Herbsttagen der Aufstieg vom Sillberghaus her, der über eine weite Strecke die Südflanke der Maroldschneid quert.

Eine besondere Erwähnung verdienen noch die Gratköpfe des Westkamms: Hier kommt auch der geübte Bergsteiger auf seine Kosten und die Erhebungen bieten Ausweichziele für eine fast ebenso aussichtsreiche Gipfelrast, wenn es auf dem Rotwand-Gipfel selbst allzu voll sein sollte. Auf etwas leichte Kletterei muss man sich hier allerdings einstellen, besonders am Rotwandkopf (auch "Alte Rotwand" genannt), der als vorletzte Erhebung vor dem Hauptgipfel den ausgeprägtesten Vorgipfel bildet.

Foto-Galerie zur Rotwand

Lämpersberg, Rotwand und Rotwandhaus von Südwesten

Lämpersberg, Rotwand und Rotwandhaus von Südwesten

Aus dieser Perspektive knapp unter dem Gipfel zeigt sich der Westgrat der Rotwand besonders eindrucksvoll

Aus dieser Perspektive knapp unter dem Gipfel zeigt sich der Westgrat der Rotwand besonders eindrucksvoll

Rotwandgipfel von der benachbarten Auerspitz gesehen

Rotwandgipfel von der benachbarten Auerspitz gesehen

Der Westgrat der Rotwand mit dem Rotwandkopf und seiner steilen Südwand

Der Westgrat der Rotwand mit dem Rotwandkopf und seiner steilen Südwand

Rotwandgipfel vom Rotwandhaus her gesehen

Rotwandgipfel vom Rotwandhaus her gesehen

Der Rotwandkopf von Osten

Der Rotwandkopf von Osten

Rotwand über dem obersten Westgrat, links der Hochmiesing

Rotwand über dem obersten Westgrat, links der Hochmiesing

Ostseite der Rotwand von den Ruchenköpfen aus gesehen

Ostseite der Rotwand von den Ruchenköpfen aus gesehen

Rotwandhaus und Rotwand von Osten

Rotwandhaus und Rotwand von Osten

Rotwand mit dem gesamten Westrücken, darüber der Lämpersberg

Rotwand mit dem gesamten Westrücken, darüber der Lämpersberg

Südseite der Rotwand; rechts hinten der Hochmiesing

Südseite der Rotwand; rechts hinten der Hochmiesing

Lämpersberg vor der Rotwand mit ihrem kompletten Westgrat

Lämpersberg vor der Rotwand mit ihrem kompletten Westgrat

Über der Kümpflscharte zeigt sich die Rotwand mit ihrer Südostflanke

Über der Kümpflscharte zeigt sich die Rotwand mit ihrer Südostflanke

Blick vom Rotwandhaus zum Rotwandkopf im Rotwand-Westgrat

Blick vom Rotwandhaus zum Rotwandkopf im Rotwand-Westgrat

Rotwand-Westgrat mit dem Rotwandkopf rechts

Rotwand-Westgrat mit dem Rotwandkopf rechts

Beginn des Rotwand-Westgrats

Beginn des Rotwand-Westgrats

Rotwand-Gipfel im Abendlicht von Nordwesten gesehen

Rotwand-Gipfel im Abendlicht von Nordwesten gesehen

Südwestseite der Rotwand

Südwestseite der Rotwand

Blick von der Auerspitz zum Rotwandhaus

Blick von der Auerspitz zum Rotwandhaus

Anstiege und Bergtouren Rotwand

Von der Bergstation der Taubensteinbahn (leichter Wanderweg):

Von der Bergstation der Taubensteinbahn aus – diese liegt wenige Höhenmeter oberhalb des Sattels zwischen Rauhkopf und Taubenstein am – führt der Weg zunächst in Richtung auf die Felswand des Taubensteins zu aufwärts. Durch Wald und zwischen Latschen gewinnt er hier im Bereich des Taubenstein-Nordkamms an Höhe , weicht dann den Felsen des Gipfelaufbaus nach links aus und verläuft dann nach einer Geländekante um geht den Taubenstein links über flaches Grasgelände an einem einzelnen, durch die Erosion in zwei Teile gespaltenen Felsblock vorbei.

Vor dem Gebiet der Rotwand liegt nun noch der Kamm des Lämpersbergs. Der Weg umgeht eine unbedeutende vorgelagerte Erhebung rechts – dabei wird eine kurze Felszone mittels eines breiten und zusätzlich mit Drahtseil versehenen Wegstücks passiert – und quert dann die Gras- und Latschenhänge östlich unter dem Gipfel des Lämpersbergs hindurch. Anschließend geht es hinauf zum Westkamm der Rotwand, der zwischen dem mehrere Erhebungen aufweisesenden Gipfelgrat und einem einzelnen blockförmigen Gratkopf bei einem langgestreckten Sattel (Kirchsteinsattel) erreicht wird.

Von hier ist ein kurzer Abstecher auf den kleinen Gratkopf möglich, der zum Weg hin steilfelsig abbricht. Geht man aber im Weidegelände links um den Block herum, ist noch vor dem Erreichen der Kammfortsetzung der Aufstieg scharf nach rechts nicht allzu schwierig (steile Trittspur über Schrofen- und Grasgelände, grenzt an Schwierigkeitsgrad I).

Für den Weiterweg zur Rotwand ist es am günstigsten, am Sattel dem breiten Weg zu folgen, der direkt am Kamm bleibt. Er führt hier erst auf den Felsansatz des Rotwand-Westgrats zu und weicht diesem dann nach rechts aus. Unter den Felswänden mehrerer Gratköpfe hindurch querend trifft man so auf die breite Weganlage, die vom Rotwandhaus durch die grasige Südflanke zum Gipfel verläuft (knapp oberhalb der Linkskehre dieses Wegs). Dann geht es hier weiter zum Südostkamm und an diesem entlang zum Gipfel, wobei auf den letzten Metern eine kleine Geländestufe den bequemen Weg unterbricht. Hier muss man kurz über felsige Stufen aufsteigen, was allerdings nicht schwierig ist (am einfachsten von rechts nach links aufwärts).

Folgt man vom Sattel am Westkamm aus dem beschilderten Weg über das Rotwandhaus, muss man etwas mehr zwischenzeitlichen Höhenverlust in Kauf nehmen.

Abstieg über den Nordgrat und zum Taubensteinhaus (kleiner Pfad in steilem Gelände, etwas Bergerfahrung gut):

Der Abstieg über den Nordgrat zum Hochmiesingsattel ermöglicht eine Verbindung von Rotwand und Hochmiesing und den Weiterweg zum Taubensteinhaus sowie zur Bergstation der Taubensteinbahn auf einer Alternativroute zum üblichen Weg am Lämpersberg vorbei. Allerdings ist das Gelände hier steiler als am Normalaufstieg zur Rotwand und der kleine Pfad wird deutlich seltener begangen. Daher ist mehr Vorsicht nötig.

Am Gipfel beginnt der Pfad zunächst direkt am Grat. Bald weicht er am ersten steileren Abbruch dann etwas nach rechts aus; hier geht es in einem kleinen Einschnitt über schrofige Trittstufen hinunter und dann wieder zum grasigen Kamm zurück. Der Pfad erlaubt nun trotz des Steilgeländes einen relativ einfachen Abstieg in kurzen Kehren, besonders im mittleren Teil meist etwas links der Kammhöhe. Anschließend wird das Gelände deutlich flacher und der Steig erreicht durch Wiesen und Latschen den Sattel.

An der Wegkreuzung im Sattel geht es links in Richtung Taubensteinhaus. In Kehren führt der Weg in das Kar zwischen Lämpersberg, Rotwand und Hochmiesing hinunter zur Kleintiefentalalm. Von hier erst kurz auf der Almzufahrt talauswärts, dann am Ende der kleinen Steinmauer links der Fahrstraße von der Straße ab und auf einem Fußweg weiter, der in etwa die bisherige Richtung beibehält und direkt auf das bereits in einiger Entfernung sichtbare Taubensteinhaus zu verläuft. Zuerst eht es noch etwas absteigend in den Talgrund und auf der linken Talseite weiter, dann folgt noch ein Gegenanstieg zum Taubensteinhaus. Von hier dann in wenigen Minuten auf breitem Weg zum Sattel zwischen Taubenstein und Rauhkopf hinüber, wo die Bergstation der Taubensteinbahn wenige Höhenmeter südlich am Kamm liegt.

Von Geitau über Mieseben und Soinsee (Wanderwege ohne Schwierigkeiten):

Einer der vielen möglichen Aufstiegswege führt von Geitau im Leitzachtal aus zur Rotwand - genauer gesagt sind es gleich mehrere Wege, denn die Route lässt sich variieren. Vom Parkplatz am südwestlichen Ende von Geitau wandert man etwa zwei Kilometer im Tal nach Mieseben. Dort folgt man den Wegweisern zum Soinsee, behält die grobe Richtung bei und biegt nach dem Ausläufer des Dürrmiesings schließlich ins Schellenbergtal ein. Ein Fahrweg führt hier, zuletzt in Kehren und an der Schellenbergalm vorbei, über die Stufe im Talhintergrund zum Soinsee hinauf. Der See ist ein schöner Brotzeitplatz,überragt vom Nordostgrat der Ruchenköpfe und vom Miesingmassiv.

Für den Weiterweg gibt es zwei Möglichkeiten, denn die Ruchenköpfe können links oder rechts passiert werden. Für die linke Variante biegt man noch vor dem See auf einem Steig nach links ab, gewinnt die Geländestufe über dem See und folgt dann dem Tal zwischen zwischen Maroldschneid und Ruchenköpfen aufwärts in Richtung Rotwandhaus. Oder man bleibt auf der Fahrstraße, die am rechten Ufer des Soinsees entlang und dann noch bis zur Großtiefentalalm zwischen Ruchenköpfen und Hochmiesing weiterführt. Von der Alm aus geht es südlich und dann südwestlich auf einem Wanderweg nun ebenfalls zum Kamm zwischen Auerspitz und Rotwand hinauf, wo beide Routen wieder zusammentreffen. Eine ansteigende Querung unter dem Südostgrat der Rotwand hindurch bildet das Schlussstück zum bereits sichtbaren Rotwandhaus.

Der Gipfelanstieg vom Rotwandhaus aus verläuft in einer großen Links-Rechts-Kehre über den Südhang der Rotwand. Er ist in dem charakteristischen grasigen Gelände breit angelegt und wird sehr viel begangen. Die letzten Tritte vor dem Gipfel sind etwas schrofig, dann steht man auf dem Hauptgipfel des Spitzinggebiets.

Über dem Talboden bei Geitau ragt der Wendelstein auf

Über dem Talboden bei Geitau ragt der Wendelstein auf

Aufstieg an der Schellenbergalm vorbei mit Blick zum Wendelsteingebiet

Aufstieg an der Schellenbergalm vorbei mit Blick zum Wendelsteingebiet

Am Soinsee mit Blick auf das Hochtal zwischen Ruchenköpfen und Miesingmassiv

Am Soinsee mit Blick auf das Hochtal zwischen Ruchenköpfen und Miesingmassiv

Links oberhalb vom Weg zwischen Großtiefentalalm und Rotwandhaus beeindrucken die Felsen der Ruchenköpfe

Links oberhalb vom Weg zwischen Großtiefentalalm und Rotwandhaus beeindrucken die Felsen der Ruchenköpfe

Der Kamm zwischen Auerspitz und Rotwand ist erreicht und damit auch fast schon das Rotwandhaus

Der Kamm zwischen Auerspitz und Rotwand ist erreicht und damit auch fast schon das Rotwandhaus

Rotwandhaus

Rotwandhaus

Blick vom Rotwandhaus zum Gipfel (ganz rechts) und zum felsigen Westkamm

Blick vom Rotwandhaus zum Gipfel (ganz rechts) und zum felsigen Westkamm

Die Zufahrtsstraße zum Rotwandhaus unter dem Ausläufer des Westkamms

Die Zufahrtsstraße zum Rotwandhaus unter dem Ausläufer des Westkamms

Der Gipfelanstieg zur Rotwand führt über einen breiten Weg

Der Gipfelanstieg zur Rotwand führt über einen breiten Weg

Rückblick zum Rotwandhaus vor dem Sonnwendkamm

Rückblick zum Rotwandhaus vor dem Sonnwendkamm

Schon vor dem Gipfel bietet sich eine weite Aussicht nach Westen

Schon vor dem Gipfel bietet sich eine weite Aussicht nach Westen

Der für die Rotwand charakteristische grasige Gipfelhang

Der für die Rotwand charakteristische grasige Gipfelhang

Die letzte Kehre vor dem Gipfel

Die letzte Kehre vor dem Gipfel

Herbststimmung kurz unterhalb vom Gipfel

Herbststimmung kurz unterhalb vom Gipfel

Aussicht am Gipfel: Gegenüber vom Miesingsattel liegt der Hochmiesing

Aussicht am Gipfel: Gegenüber vom Miesingsattel liegt der Hochmiesing

Blick über den Lämpersberg hinweg zum Stümpflinggebiet

Blick über den Lämpersberg hinweg zum Stümpflinggebiet

Das Rotwandhaus am Fuß der Aufstiegsflanke

Das Rotwandhaus am Fuß der Aufstiegsflanke

Abstieg von der Rotwand über das Taubensteinhaus nach Geitau (Wanderwege ohne Schwierigkeiten):

Die hier vorgeschlagene Route ist zwar länger als andere Abstiege von der Rotwand, im oberen Teil landschaftlich aber besonders empfehlenswert. Sie führt um den Lämpersberg herum zur Taubensteinbahn und dem nahen Taubensteinhaus und dann durch das Krottental hinaus nach Mieseben.

Vom Gipfel aus folgt man dem breiten Weg Richtung Rotwandhaus bis zu seiner scharfen Linkskehre. Hier behält man die Richtung bei und quert dicht unterhalb der Felsabbrüche des Westgrats auf einem gut ausgetretenen Pfad zum Ende des felsigen Gratabschnitts. Im Sattel vor einem kleinen Felskopf kommt von links her auch der breitere Weg vom Rotwandhaus her zum Westkamm hinauf. Gemeinsam führt der Weg nun auf der anderen Kammseite schräg abwärts und über aussichtsreiche Wiesenhänge links unter dem Lämpersberg hindurch. Die folgende Kuppe wird links umgangen, dann geht es - an einer etwas ausgesetzten Stelle mit einem kurzen, wegen der Breite des Wegs normalerweise aber nicht erforderlichen Seilversicherung - zum flachen Gelände unter dem Taubenstein hinab. Mit einem ganz kurzen Abstecher kann dieser kleine Gipfel von hier aus schnell bestiegen werden.

Rechts am Gipfelaufbau des Taubensteins erreicht der Weg wenig später die Bergstation der Taubensteinbahn und gleich darauf den Sattel vor dem Rauhkopf. Hier im Sattel verlässt man den Kamm nun endgültig nach rechts und gelangt so nach wenigen Minuten zum Taubensteinhaus. In gleicher Richtung bleibend geht es von dort auf der steilen Zufahrtsstraße abwärts. Sie vereinigt sich bald mit der Zufahrt zur Kleintiefentalalm und führt dann durch das lange Krottental hinunter nach Mieseben. Von hier sind es noch etwa zwei Kilometer zu den Parkplätzen in Geitau (nördlich) bzw. an der Wendelstein-Seilbahn (nordöstlich).

Direkt unter den Felsen des Westgrats führt der kürzeste Weg Richtung Taubenstein durch die Rotwand-Südflanke

Direkt unter den Felsen des Westgrats führt der kürzeste Weg Richtung Taubenstein durch die Rotwand-Südflanke

Rückblick in Gipfelrichtung bei der Querung unter dem Westgrat

Rückblick in Gipfelrichtung bei der Querung unter dem Westgrat

Der Westrücken wird schließlich vor dem kleinen Gratkopf überquert

Der Westrücken wird schließlich vor dem kleinen Gratkopf überquert

Unterhalb sieht man schon die Wegfortsetzung unter dem Lämpersberg hindurch

Unterhalb sieht man schon die Wegfortsetzung unter dem Lämpersberg hindurch

Am Westrücken mündet auch der breite Weg vom Rotwandhaus ein

Am Westrücken mündet auch der breite Weg vom Rotwandhaus ein

Querung der Lämpersberg-Flanke

Querung der Lämpersberg-Flanke

Im Herbst sind Färbung und Lichtverhältnisse am Weg besonders schön

Im Herbst sind Färbung und Lichtverhältnisse am Weg besonders schön

Hinter dem hier unscheinbaren Taubenstein liegt der Kamm vom Jägerkamp zur Aiplspitz

Hinter dem hier unscheinbaren Taubenstein liegt der Kamm vom Jägerkamp zur Aiplspitz

Eine kleine Zwischenerhebung nach dem Lämpersberg wird links umgangen

Eine kleine Zwischenerhebung nach dem Lämpersberg wird links umgangen

Die kurze leicht exponierte Passage

Die kurze leicht exponierte Passage

Rückblick auf die Stelle mit Seilsicherung

Rückblick auf die Stelle mit Seilsicherung

Rückblick Richtung Taubenstein mit der Seilbahn; vorne beginnt links der Weg zum Taubensteinhaus

Rückblick Richtung Taubenstein mit der Seilbahn; vorne beginnt links der Weg zum Taubensteinhaus

Abstieg vom Taubensteinhaus mit Blick zum Wendelstein

Abstieg vom Taubensteinhaus mit Blick zum Wendelstein

Ausgedehnte Schutthalden kommen vom Miesingmassiv bis zum Weg herunter

Ausgedehnte Schutthalden kommen vom Miesingmassiv bis zum Weg herunter

Aufstieg über den Westgrat mit Überschreitung des Rotwandkopfs (I, etwas leichte Kletterei und steiles Gras mit schwacher Pfadspur):

Für geübte Bergsteiger ist der Zugang zur Rotwand über den Westkamm sehr interessant. Dabei wird zugleich der Rotwandkopf (auch Alte Rotwand oder Rotwandlkopf genannt) überschritten. Der Rotwandkopf ist als vorletzte Graterhebung vor dem Hauptgipfel der Rotwand Ziel einiger Kletterrouten durch die Südwand und hat ein kleines Gipfelkreuz.

Die Route beginnt dort, wo der übliche Weg vom Taubenstein zur Rotwand den Westkamm überschreitet. Hier führt der Normalweg noch kurz am Grasrücken entlang und weicht dann den ersten Gratfelsen nach rechts aus. Für den Anstieg über den Westkamm hält man sich dagegen links, wo ein mäßig steiler, gut gestufter Grashang die Umgehung des felsigen Aufschwungs erlaubt. Oberhalb bereitet die Begehung des Kamms, der nach Süden teilweise senkrecht abbricht, dann zunächst keine Probleme. Über die ersten zwei Grathöcker, die nur wenig von einander abgesetzt sind, gelangt man in die Einschartung vor dem Rotwandkopf. Weiterhin über gestuftes Grasgelände geht es anfangs etwas steiler, aber ohne besondere Schwierigkeiten hinauf zum kleinen Gipfel mit Kreuz und Buch.

Der folgende Abschnitt ist der anspruchsvollste der Route. Der Abstieg zur folgenden Scharte verläuft wieder direkt am Grat, der hier allerdings steiler und kurzzeitig etwas schrofig ist (I). Nach der Einschartung folgt ein scharfer, felsiger Gratsufschwung, der nicht mehr ohne Weiteres begehbar ist. Als Alternative käme zunächst ein Ausweichen nach Süden auf den Normalansteig zur Rotwand in Betracht, allerdings trennt eine zwar nur einige Meter hohe, aber fast senkrechte Felsstufe die Scharte von den Grashängen über dem Weg. In der Scharte steckt ein Haken; für Nicht-Kletterer wird der Abstieg, der durch einen Einschnitt in der Steilstufe vorgegeben ist, aber in der Regel zu schwer sein. Statt dessen kann der letzte Gratkopf vor dem Rotwand-Gipfel aber links umgangen werden. Das sehr steile Grasgelände ist hier optimal gestuft und eine schwache Pfadspur erleichtert zusätzlich das Vorankommen. Erst leicht ab-, dann wieder aufsteigend kommt zur zur obersten Einsattelung des Gipfelgrats (von hier aus ist der umgangene Gratkopf leicht zu besteigen). Der verbleibende Abschnitt am grasigen Kamm zum Hauptgipfle der Rotwand bereitet dann keine Schwierigkeiten mehr.

Überschreitung des Rotwandkopfs vom Weg unter der Südwand aus (II):

Der Rotwandkopf (Alte Rotwand) kann in einem kurzen Abstecher vom Querweg unter den Felsen des Rotwand-Westgrats bestiegen werden. Dabei bietet sich eine Überschreitung von Osten nach Westen an, da die Scharte östlich des Rotwandkopfs deutlich schwieriger zu erreichen ist und dieses Passage dann in Aufstiegsrichtung bewältigt werden kann.

Vom Steig unter den Felsen wendet man sich rechts der markanten Rotwandkopf-Südwand über Gras aufwärts. Unter der Scharte zwischen dem Rotwandkopf und der östlich benachbarten, letzten Graterhebung vor dem Rotwandgipfel stellt sich eine felsige Steilstufe in den Weg. Erleichtert wird der Aufstieg durch einen kaminartigen Einriss, der Fels ist aber sehr steil und gut mit II zu bewerten. Im Vergleich dazu bereitet der verbleibende Aufstieg über den kurzen grasigen Gipfelgrat kaum noch Probleme.

Der Abstieg gestaltet sich deutlich leichter: Am Westgrat ist schnell die folgende Einsattelung erreicht. Trittspuren führen hier zwar steil, letztlich aber ohne echte Kletterei über den grasigen Hang zum Wanderweg hinab.

Vom Weg unter dem Rotwand-Westkamm geht es zur Scharte des des Rotwandkopfs hinauf

Vom Weg unter dem Rotwand-Westkamm geht es zur Scharte des des Rotwandkopfs hinauf

Die Steilstufe in die Scharte östlich des Rotwandkopfs

Die Steilstufe in die Scharte östlich des Rotwandkopfs

Die kurze, aber steile Passage liegt im zweiten Schwierigkeitsgrad

Die kurze, aber steile Passage liegt im zweiten Schwierigkeitsgrad

Rückblick auf die Steilstufe

Rückblick auf die Steilstufe

In Richtung Rotwand wird die Scharte von steilen Felsen begrenzt

In Richtung Rotwand wird die Scharte von steilen Felsen begrenzt

Zum Rotwandkopf hin bereitet der weitere Aufstieg keine Probleme mehr

Zum Rotwandkopf hin bereitet der weitere Aufstieg keine Probleme mehr

Auf dem Rotwandkopf (Alte Rotwand) mit Blick zum Rotwand-Gipfel

Auf dem Rotwandkopf (Alte Rotwand) mit Blick zum Rotwand-Gipfel

Rückblick beim Abstieg auf den westlichen Gipfelgrat des Rotwandkopfs

Rückblick beim Abstieg auf den westlichen Gipfelgrat des Rotwandkopfs

Aus der folgenden Scharte führt eine Trittspur nach Süden hinunter

Aus der folgenden Scharte führt eine Trittspur nach Süden hinunter

Wenig unterhalb verläuft der Weg unter dem Westgrat entlang

Wenig unterhalb verläuft der Weg unter dem Westgrat entlang

Rückblick auf den Abstieg aus der Scharte westlich des Rotwandkopfs

Rückblick auf den Abstieg aus der Scharte westlich des Rotwandkopfs

 

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