Leonhardstein, 1452 m (Bayerische Voralpen)

Leonhardstein - Gipfel-Daten zu diesem Berg

Der Leonhardstein ist in den Bayerischen Voralpen ein einmaliger Berg: Während sich in dieser Höhenlage sonst nur noch meist sanfte Waldbuckel befinden, ragt der Leonhardstein als steiler Kegel aus dem Wald- und Bergsturzgebiet, das sich südlich an den Hirschberg anschließt. Auf allen Seiten geht es relativ steil zum Gipfel hinauf - die noch günstigste Stelle nutzt der übliche Aufstiegsweg von Norden aus -, und das Gelände ist stets zumindest schrofendurchsetzt. Am beeindruckendsten zeigt sich der Gipfel aber von Süden aus mit einer über zweihundert Meter hohen Steilwand, die von einer schrägen Rampe durchzogen wird. Auf der Rampe beginnen viele kurze Kletterrouten durch die Felsen zum Ostgrat hinauf. Auch wer nicht extrem klettert, aber über einiges an Bergerfahrung und Schwindelfreiheit verfügt, sollte sich die Rampe näher anschauen, denn es handelt sich um die vielleicht eindrucksvollste anspruchsvollere Gipfelroute der Bayerischen Voralpen, die über einen langen Zeitraum des Jahres begehbar ist.

Foto-Galerie Leonhardstein

Leonhardstein-Südwand vom Westrücken des Grünecks aus gesehen

Leonhardstein-Südwand vom Westrücken des Grünecks aus gesehen

Leonhardstein und Grüneck von Südwesten

Leonhardstein und Grüneck von Südwesten

Südwand des Leonhardsteins, rechts der Ostgrat

Südwand des Leonhardsteins, rechts der Ostgrat

Oberer Ostgrat des Leonhardsteins von Norden gesehen

Oberer Ostgrat des Leonhardsteins von Norden gesehen

Leonhardstein von Kreuth aus gesehen

Leonhardstein von Kreuth aus gesehen

Filzenkogel, Leonhardstein und Grüneck über der Bodigbergalm am Stacheleck

Filzenkogel, Leonhardstein und Grüneck über der Bodigbergalm am Stacheleck

Leonhardstein von Westen, darüber der Risserkogel

Leonhardstein von Westen, darüber der Risserkogel

Leonhardstein mit Südwandrampe (links) und Ostgrat

Leonhardstein mit Südwandrampe (links) und Ostgrat

Der Gipfelbereich des Leonhardsteins mit den oberen Abschnitten von Südwandrampe und Ostgrat

Der Gipfelbereich des Leonhardsteins mit den oberen Abschnitten von Südwandrampe und Ostgrat

Leonhardstein von Norden

Leonhardstein von Norden

Leonhardstein vom Sonnberg beim Roßstein gesehen

Leonhardstein vom Sonnberg beim Roßstein gesehen

Der Gipfelbereich des Leonhardsteins vom Südhang des Filzenkogels aus gesehen

Der Gipfelbereich des Leonhardsteins vom Südhang des Filzenkogels aus gesehen

Leonhardstein mit der Seite des Normalanstiegs vor den Blaubergen

Leonhardstein mit der Seite des Normalanstiegs vor den Blaubergen

Der Leonhardstein ragt aus den relativ niedrigen Bergen am Weißachtal hervor

Der Leonhardstein ragt aus den relativ niedrigen Bergen am Weißachtal hervor

Grüneck und Leonhardstein vor der Roßsteingruppe

Grüneck und Leonhardstein vor der Roßsteingruppe

Anstiege und Bergtouren Leonhardstein

Aufstieg über den Normalweg auf der Nordwestseite (schrofiger, steiler Steig):

Von der Kirche in Kreuth (Parkplätze sind direkt an der Bundesstraße ausgeschildert) führt eine Straße nach Westen auf den Leonhardstein zu, die sich nach dem Orstrand über Wiesen dem Bergfuß nähert. Dort geht es im Wald auf einem breiten Weg weiter bis zu einer Wegkreuzung im Bereich der Duslaualm. Nach Westen gelangt man der Beschilderung zum Leonhardstein folgend in den ausgedehnten Sattelbereich zwischen Filzenkogel und Leonhardstein.

Bevor das Gelände wieder absinkt, zweigt nach links - gleich ziemlich steil - der Aufstieg zum Leonhardstein ab. In der ungegliederten Nordflanke gewinnt der Steig über Waldboden, Wurzeln und auch gut gestufte Felsen schnell an Höhe. Für geübte Wanderer ist der Anstieg noch nicht als Kletterei zu bezeichnen, allerdings für einen Gipfelweg in dieser Höhenlage schon ungewöhnlich alpin. An verschiedenen interessanten Felsformationen vorbei erreicht der Steig einmal eine kleine Schulter auf der rechten Begrenzung der Flanke, die Kante ist aber kaum ausgeprägt und so geht es letztlich wieder über die Flanke zum Gipfel. Kurz vor dem Ziel ist der Weg am felsigsten und man muss auch einmal die Hände benutzen, wobei die Schrofen durch die vielen Begehungen auch bereits etwas geglättet sind.

Über die Wiesen westlich von Kreuth geht es auf Grüneck und Leonhardstein zu

Über die Wiesen westlich von Kreuth geht es auf Grüneck und Leonhardstein zu

Schon direkt bei der Abzweigung des Gipfelanstiegs vom Weg Kreuth - Schwarze Tenne zeigt sich der schrofige Charakter des Geländes

Schon direkt bei der Abzweigung des Gipfelanstiegs vom Weg Kreuth - Schwarze Tenne zeigt sich der schrofige Charakter des Geländes

Über Wurzeln und Steinblöcke geht es relativ steil nach oben

Über Wurzeln und Steinblöcke geht es relativ steil nach oben

Kleine Kletterstellen kommen beim Aufstieg zum Leonhardstein immer wieder vor

Kleine Kletterstellen kommen beim Aufstieg zum Leonhardstein immer wieder vor

Eine interessante Felsspalte oberhalb des Wegs

Eine interessante Felsspalte oberhalb des Wegs

Für den Leonhardstein typisch ist das schrofige und dennoch dicht bewachsene Gelände

Für den Leonhardstein typisch ist das schrofige und dennoch dicht bewachsene Gelände

Im Gipfelnähe gilt es nochmals einige Felsen zu überklettern

Im Gipfelnähe gilt es nochmals einige Felsen zu überklettern

Die Bäume halten sich noch bis an den Gipfel heran im steilen Gelände

Die Bäume halten sich noch bis an den Gipfel heran im steilen Gelände

Über den letzten Aufstiegsmetern leuchtet bereits das Gipfelkreuz

Über den letzten Aufstiegsmetern leuchtet bereits das Gipfelkreuz

Tiefblick vom Gipfelbereich auf die Anstiegsflanke

Tiefblick vom Gipfelbereich auf die Anstiegsflanke

Auf dem Leonhardstein

Auf dem Leonhardstein

Aussicht über das Grüneck hinweg in die Blauberge

Aussicht über das Grüneck hinweg in die Blauberge

Gegenüber vom Schwarzenbachtal erheben sich der Buchstein und die abgespaltene Roßsteinnadel

Gegenüber vom Schwarzenbachtal erheben sich der Buchstein und die abgespaltene Roßsteinnadel

Vom Sattel zwischen Leonhardstein und Grüneck über die Südwandrampe (II, Grasschrofen, Trittsicherheit im Steilgelände wichtig):

Der Aufstieg über Südwandrampe bietet geübten Bergsteigern Einblick in ein Gelände, das sonst den Kletterern vorbehalten bleibt. Die größtenteils nur mäßig steile Rampe führt mitten durch die Leonhardstein-Südwand und bleibt vor allem durch die Tiefblicke über den Rand der Rampe hinab in Erinnerung. Von der Gesamtanforderung her ist die Route wegen der verschiedenen Schwierigkeiten im Fels und Steilgelände, aber auch wegen der Ausgesetztheit mit II einzustufen.

Parken kann man in Kreuth am beschilderten Parkplatz bei der Information oder evtl. am südwestlichen Ortsrand. Im Ort gibt es überall Wegweiser, auch in Richtung Leonhardstein. Vom westlichen Ortsrand geht es über die Talwiesen zum Waldrand hinan und anschließend im Wald einem breiten Weg weiter, der nach längerem Anstieg und einigen Kehren auf eine Wegkreuzung nahe der Duslaualm trifft. Hier wählt man einen Forstweg nach Süden und verlässt damit den beschilderten Normalaufstieg zum Leonhardstein, der weiter rechts bleibt.

Der Traktorweg quert nun die Ostflanke des Gipfels und führt zuletzt als Steig weiter in den Sattelbereich zwischen Leonhardstein und Grüneck. An beliebiger Stelle nach Passieren des untersten Ostgrat-Ausläufers, aber am besten vor dem Sattel (hier verbirgt sich unter den Bäumen mühsames Felssturzgelände) verlässt man den Weg und steigt im Wald grob in Gipfelrichtung an. Orientierung bieten die unüberwindbaren Felsen, mit denen der Ostgrat nach Süden abbricht. Quert man unter ihnen nach Westen, kann der Beginn der Südwandrampe nicht verfehlt werden.

Die Rampe ist ziemlich breit und nach außen hin höher als am bergseitigen Felsansatz - also längs gesehen wie eine Rinne. Am Beginn der Rampe gibt es eine deutliche Trittspur, die zu den Kletterrouten führt, die von der Rampe aus durch die senkrechten Felsen oberhalb verlaufen. Der erste Teil der Rampe ist auf dieser Trittspur trotz der hier dünnen Geröllauflage im Rinnengrund relativ gut zu begehen. Man gelangt so zu einer Stelle, die von unten her wie eine kleine, 1 bis 2 Meter hohe Felsstufe im Rinnenboden aussieht. Bei näherem Betrachten gibt es aber auch hier noch Geröll zwischen den Felsen. Spätestens oberhalb dieser Stelle sollte man sich nach links auf die äußere Begrenzung der Rampe begeben, da hier der weitere Aufstieg über Gras und einige Schrofen angenehmer ist als über die Geröllauflage in der Rinne. Einigen Stellen erfordern etwas Kletterei (I, kurzzeitig je nach genauer Routenwahl auf der ziemlich breiten Rampe auch II), wobei die Felsqualität sehr gut ist.

Nach oben hin wird die Rampe schmaler und auf den letzten Metern auch felsiger, aber nicht unbedingt steiler. Am hält man sich in möglichst gerader Fortsetzung der Rampe bis zum Gipfelgrat. So sind die Schrofen am Ausstieg aus der Rampe gut zu überklettern (I-II). Am Gipfelgrat sind es dann nur noch ein paar Meter nach rechts zum höchsten Punkt mit dem Gipfelkreuz.

Kurzbeschreibung in Abstiegsrichtung:

Vom Gipfel über den nächsten Kopf und in die Einschartung dahinter, aus der sich der Gipfelkamm noch weiter fortsetzt. Aus der Einschartung führt eine Rinne hinab. Hier am rechten Rand abwärts (links steiler Fels), wo man gleich Einblick auf den obersten Teil der Rampe bekommt. Im Gras und über eine kurze, aber steile Felszone (I-II) hinab, dann auf der Rampe am rechten Rand bleibend weiter, erst leichter werdend, dann im Baumbereich wieder steiler und mit kleinen Felsstufen. Wo der Rücken, der die äußere Begrenzung der Rampe bildet, dann wieder gut behgehbar wird, sollte man sich allmählich nach links in den Grund der Rampe orientieren, der nun nicht mehr so steil wie weiter oben ist (der Rücken fällt zuletzt dagegen sehr steil ab). Am Ende der Rampe im Geröll weiter am Fuß der Südwand bleibend über einen kleinen Sattel und im Wald abwärts, erst direkt am Felsansatz, dann besser in 20 bis 50 Metern Entfernung. Man nutzt die am besten begehbaren und am wenigsten steilen Stellen im Wald und gelangt so auf die Forststraße, die durch die Ostflanke des Leonhardsteins verläuft. Auf ihr nach links zur Wegekreuzung kurz vor der Duslaualm und rechts auf breitem Weg in Kehren nach Kreuth hinunter (Wegweiser).

Kreuth ist der Ausgangspunkt für die Besteigung des Leonhardsteins

Kreuth ist der Ausgangspunkt für die Besteigung des Leonhardsteins

Ein breiter Weg führt zum Sattelbereich zwischen Leonhardstein und Filzenkogel hinauf

Ein breiter Weg führt zum Sattelbereich zwischen Leonhardstein und Filzenkogel hinauf

Das typische Felssturzgelände beim Zustieg zur Südwandrampe

Das typische Felssturzgelände beim Zustieg zur Südwandrampe

Ab der hier im Rückblick gesehenen Schulter prägt sich unter der Felswand der Zustieg zur Südwandrampe aus

Ab der hier im Rückblick gesehenen Schulter prägt sich unter der Felswand der Zustieg zur Südwandrampe aus

Ein erster Blick auf die Rampe

Ein erster Blick auf die Rampe

Die Südwandrampe wird rechts vom steilen Felsabbruch des Ostgrats begleitet

Die Südwandrampe wird rechts vom steilen Felsabbruch des Ostgrats begleitet

Wo die rinnenartig eingeschnittene Rampe steiler wird, weicht man am besten auf die links Begrenzung aus

Wo die rinnenartig eingeschnittene Rampe steiler wird, weicht man am besten auf die links Begrenzung aus

Rückblick auf den Einstieg in die Rampe

Rückblick auf den Einstieg in die Rampe

Gegenüber von Kreuth schaut man auf Wallberg und Setzberg; links die Felsen des Leonhardstein-Ostgrats

Gegenüber von Kreuth schaut man auf Wallberg und Setzberg; links die Felsen des Leonhardstein-Ostgrats

Aufstieg zur talseitigen Begrenzung der Rampe

Aufstieg zur talseitigen Begrenzung der Rampe

Das Gelände wird hier etwas anspruchsvoller

Das Gelände wird hier etwas anspruchsvoller

Tiefblick von der Kante der Südwandrampe

Tiefblick von der Kante der Südwandrampe

Nach oben verengt sich die Rampe etwas (hier beim Blick talwärts)

Nach oben verengt sich die Rampe etwas (hier beim Blick talwärts)

Rückblick auf die Rampe mit der talseitigen Begrenzung rechts

Rückblick auf die Rampe mit der talseitigen Begrenzung rechts

Am Ausstieg aus der Rampe müssen noch einige Schrofen überklettert werden

Am Ausstieg aus der Rampe müssen noch einige Schrofen überklettert werden

Blick zurück auf die Baumzeile auf der Begrenzungsrippe der Rampe vor dem Ausstieg

Blick zurück auf die Baumzeile auf der Begrenzungsrippe der Rampe vor dem Ausstieg

Ausstieg zum Gipfelgrat

Ausstieg zum Gipfelgrat

Von hier aus ist der Beginn der Rampe nur noch zu erahnen

Von hier aus ist der Beginn der Rampe nur noch zu erahnen

Die letzte Kletterstelle vor dem Gipfel

Die letzte Kletterstelle vor dem Gipfel

Rückblick vom Gipfelgrat auf den Ausstieg aus der Rampe

Rückblick vom Gipfelgrat auf den Ausstieg aus der Rampe

Die senkrechten Felsen oberhalb des Rampenausstiegs setzen sich darunter als noch deutlich höherer Abbruch fort

Die senkrechten Felsen oberhalb des Rampenausstiegs setzen sich darunter als noch deutlich höherer Abbruch fort

Dieser Scharte im Gipfelgrat markiert den Zustieg zur Rampe, wenn man über diese Route absteigen will

Dieser Scharte im Gipfelgrat markiert den Zustieg zur Rampe, wenn man über diese Route absteigen will

Am Gipfel des Leonhardsteins

Am Gipfel des Leonhardsteins

Über diese Rippe erreicht die Route den Gipfelgrat dicht neben der kleinen Einschartung

Über diese Rippe erreicht die Route den Gipfelgrat dicht neben der kleinen Einschartung

Nochmals der Einstieg in die Route in Abstiegsrichtung

Nochmals der Einstieg in die Route in Abstiegsrichtung

 

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