Kreuzbergkopf, 1716 m (Bayerische Voralpen)

Kreuzbergkopf von Nordosten

Kreuzbergkopf von Nordosten

Kreuzbergkopf - Gipfel-Daten zu diesem Berg

Dass ein Gipfel zwar auf fast jedem Autoatlas eingezeichnet ist, auf der Alpenvereinskarte aber namenlos bleibt, ist wohl eine einmalige Eigenschaft des Kreuzbergkopfs. Beide Tatsachen sind etwas erstaunlich: Einerseits handelt es sich nicht zum einen Gipfel von mehr als lokaler Bedeutung, andererseits aber doch um einen der ausgeprägtesten Berge in der Sonnwendgruppe. Denn der Kreuzbergkopf ist dem Kamm als einzige Erhebung nördlich vorgelagert und damit von den westlich und östlich benachbarten Tälern und Gipfeln aus gesehen eine deutlich hervortretende Gipfelgestalt. Außerdem verläuft die deutsch-österreichische Grenze über den Berg, so dass der Kreuzbergkopf zu einem Teil in Bayern liegt - ebenfalls eine Ausnahme im Sonnwendkamm. Weiter nördlich verzeichnen die Karten noch einen mit "Kreuzbergspitzl" benannten Punkt, hierbei handelt es sich aber um keinen Gipfel, sondern nur um die Stelle, wo sich der Nordgrat des Kreuzbergkopfs verzweigt.

Das im westlichen Sonnwendkamm vorherrschende Gelände mit vielen Latschen und sehr brüchigen Schrofen hat zur Folge, dass der Kreuzbergkopf einen eher unzugänglichen Eindruck macht. Da er auch nicht durch Wege erschlossen ist, sorgt nur die Nähe zur Kreuzbergalm für einige Besteigungen, bei denen Latschenkontakt und etwas Schrofenkletterei aber einkalkuliert werden muss, wenn man nicht den optimalen Aufstieg von der Alm aus kennt. Die geringsten Probleme mit den Latschen gibt es beim ebenfalls möglichen Aufstieg über die gegenüber liegende Flanke, also vom Enzenbach westlich des Gipfels aus. Hier ermöglicht der ausgeholzte Grenzverlauf im oberen Teil einen bequemen Anstieg durch eine grasige Gasse in den Latschen. Unterhalb ist allerdings zunächst einmal ein längerer wegloser Aufstieg über Waldhänge zu bewältigen.

Foto-Galerie zum Kreuzbergkopf

Westflanke des Kreuzbergkopfs mit dem deutlich sichtbaren Grenzverlauf

Westflanke des Kreuzbergkopfs mit dem deutlich sichtbaren Grenzverlauf

Kreuzbergkopf von Südwesten (Bärenjoch)

Kreuzbergkopf von Südwesten (Bärenjoch)

Kreuzbergkopf von Westen

Kreuzbergkopf von Westen

Kreuzbergkopf über seinem Nordostkamm

Kreuzbergkopf über seinem Nordostkamm

Blick vom Bayerischen Schinder zum Kreuzbergkopf

Blick vom Bayerischen Schinder zum Kreuzbergkopf

Blick auf den Verbindungsgrat vom Hauptkamm des Sonnwendkamms zum Kreuzbergkopf

Blick auf den Verbindungsgrat vom Hauptkamm des Sonnwendkamms zum Kreuzbergkopf

Kreuzbergkopf über dem Gebiet der Kreuzbergalm

Kreuzbergkopf über dem Gebiet der Kreuzbergalm

Kreuzbergkopf über dem Kloo-Ascher-Tal

Kreuzbergkopf über dem Kloo-Ascher-Tal

Sonnwendkamm mit Krenspitze, Hinterem Sonnwendjoch und Kreuzbergkopf

Sonnwendkamm mit Krenspitze, Hinterem Sonnwendjoch und Kreuzbergkopf

Kreuzbergalm mit den Nordwänden des Sonnwendkamms und dem Kreuzbergkopf ganz rechts

Kreuzbergalm mit den Nordwänden des Sonnwendkamms und dem Kreuzbergkopf ganz rechts

Sonnwendkamm mit dem links vorgelagerten Kreuzbergkopf von Westen

Sonnwendkamm mit dem links vorgelagerten Kreuzbergkopf von Westen

Anstiege und Bergtouren Kreuzbergkopf

Von Valepp über die Westseite (langer wegloser Abschnitt in abgelegenem, mittelsteilem Gelände, aber ohne Kletterei):

Die weglose Anstiegsroute von Valepp über die Westseite nutzt am latschenbedeckten Gipfelbereich eine freie Gasse entlang der Landesgrenze. So wird der Aufstieg vollständig ohne Latschenberührung und ohne unangenehmes Gelände möglich. Im unteren Teil kommen auch andere Zustiegsvarianten in Frage, man kann aber auch in unangnehmes Steilgelände geraten. Auf der beschriebenen Route bleibt man von solchen Überraschungen verschont und die Orientierung ist trotz des langen, nicht immer übersichtlichen weglosen Anstiegs ganz gut machbar.

Am Forsthaus Valepp (Parkplatz hier nur für Gäste, sonst etwa 5 Minuten vorher an der Zufahrtsstraße) endet die Mautstraße ab Enterrottach. Auf der nun gesperrten Straße am Forsthaus vorbei weiter in Richtung Rotwand und Erzherzog-Johann-Klause. Bei der nächsten größeren Wegverzweigung nicht scharf links hinauf zu Rotwand oder Elendsattel, sondern geradeaus in ein Seitental der Valepp, das aus dem Kreuzberggebiet herabkommt. Auf dem Fahrweg weiter, den Schildern zum Sonnwendjoch folgend, und schließlich be ieiner Teilung der Straße nach rechts über den Enzenbach im Talgrund. Nun nicht rechts in Richtung Sonnwendjoch, sondern am anderen Bachufer entlang auf dem Forstweg weiter talein. Er weicht dem Rücken, der vom Kreuzbergkopf herabkommt, bald nach rechts aus und steigt in Kehren in ein kleines Tal an, das unter den Verbindungsgrat von Kreuzbergkopf und dem Hauptgrat der Sonnwendjochkette hinaufführt. Bei einer größeren Ausholzung am Beginn des kleinen Talbodens kann man einen Überblick gewinnen: Unter dem Gipfel zeichnet sich deutlich die Latschengasse als letztliches Ziel ab. Darunter setzt sich der freie Geländestreifen im Wald noch etwas weiter fort, bevor der Hang schrofendurchsetzt und sehr steil wird. Vom Westrücken des Kreuzbergkopfs kann die Gasse aber problemlos erreicht werden. Dieser Rücken selbst ist bewaldet, schrofenfrei und nicht zu steil, so dass er sich sehr gut als Anstiegsroute eignet. Er stellt damit das nächste Zwischenziel dar.

Von der Ausholzung aus liegt der Westrücken links. Über mittelsteiles Waldgelände quert man zunächst in diese Richtung, trifft aber schon bald auf eine grasige Gasse im Wald, die ein gutes Stück weiter oben auf den Rücken trifft und sich für den weiteren Anstieg anbietet. An dieser Stelle befindet man sich wieder einige Höhenmeter über der letzten Kehre des Forstwegs, bevor dieser die Ausholzung im flacheren kleinen Talgrund erreicht. Auch von dort aus ist der direktere Aufstieg möglich (es handelt sich um die zweite ausgeprägte Rechtskehre des Ziehwegs), einfacher dürfte die Orientierung aber über die Ausholzung sein.

Das Gras erreicht an keiner Stelle eine Steilheit, die einen das weglose Gehen gewohnten Bergsteiger vor Schwierigkeiten stellen würde, der Anstieg ist aber etwas mühsam. Weiter oben wird die Gasse rechts von den schrofigen Abbrüchen flankiert, die bereits von unten aus zu sehen waren. Man ist dem Westrücken, der hier weniger steil verläuft als in seinem unteren Teil, nun sehr nahe und kann z.B. bei einem Wildwechsel kurz zum Rücken queren. Hier geht es insgesamt weniger steil und auch über ein paar kleine Absätze hinweg ein längeres Stück durch schönen, lichten Buchen- und Tannenwald aufwärts.

Wo sich neben den Bäumen die ersten Latschen zeigen – zum Gipfel hin wird der Rücken vollständig latschenbedeckt –, wendet man sich nach rechts. Hier gibt es in diesem Bereich viel Gras und die Bäume werden weniger. Schon nach kurzer Zeit kommt man zu der einige Meter breiten, komplett baumfreien Schneise entlang der Landesgrenze. Beim Blick nach oben ist auch bereits die Fortsetzung der Schneise als Latschengasse erkennbar. Damit stellt die weitere Orientierung kein Problem mehr dar. Wieder etwas mühsam geht es im direkten Anstieg über das gut begehbare Gras erst zwischen Bäumen, dann durch das ansonsten dichte Latschenfeld direkt zum Gipfel hinauf. Dass im oberen Teil der Latschengasse das Gras teilweise leicht schrofendurchsetzt oder von erdigem Schutt unterbrochen ist, erschwert den Aufstieg nicht. Beim Weg durhc die Schneise werden noch zwei Grenzsteine passiert, der dritte steht dann auf dem höchsten Punkt des Kreuzbergkopfs.

Abstieg über das Kreuzbergspitzl und den Elendsattel nach Valepp (wegloses mittelsteiles Gelände, dichte Latschen, aber keine technischen Schwierigkeiten):

Die Route über das Kreuzbergspitzl ist nur eingeschränkt und wenn dann in Abstiegsrichtung zu empfehlen, da die teilweise dichten Latschen des Gipfelkamms dann leichter flachgetreten werden können. Vom Kreuzbergkopf ausgehend beginnt der Bewuchs schon nach wenigen Metern, die hier eher kleinen Büsche sind direkt am Grat aber noch relativ gut zu überwinden. Anschließend folgt ein kurzer latschenfreier Abschnitt rechts vom Kamm, bevor die Latschen bei den ersten Zwischenerhebungen, die nach rechts steil abbrechen, besonders unangenehm und zeitraubend werden. Mitunter gibt es knapp links vom Kamm kurze einfacher gangbare Stellen mit etwas weniger dichtem Bewuchs.

Schließlich besteht auf der immer noch etwas steiler abfallenden rechten Seite wieder die Möglichkeit, ein Stück weit über Gras und Schotter vornazukommen. An vielen Stellen bildet sich nun ein Wildpfad aus, dem man nach Möglichkeit folgt. Wo das Gelände rechts wieder ungangbar wird, bleibt man möglichst dicht am Kamm; die nach links herabziehenden Grasgassen führen eher nicht zum Ziel. Tendenziell immer besser begehbar werdend führt der Kamm zu den letzten beiden Kuppen des Kreuzbergkopf-Nordgrats am Kreuzbergspitzl. Zwar gibt es hier auch schon einzelne Bäume, das Ende der Latschen lässt aber noch etwas auf sich warten. Weiteres Absteigsziel ist der Waldrücken, der etwas nördlich vom Kreuzbergspitzl nach Osten abbiegt. Dazu geht es inder bisherigen Richtung noch ein Stück weiter, dann nach rechts die letzten Latschenhänge hinab – die nun aber viele freie Stellen aufweisen – und allmählich in den Buchenwald des östlich verlaufenden Rückens hinein. Nun wird der Abstieg deutlich angenehmer, denn der Waldboden ist bequem begehbar und nirgends zu steil. Weiter unten führt sogar ein deutlicher Wildpfad über den Rücken.

Für den endgültigen Abstieg ins Tal des Elendgraben gilt es, den Rücken an geeigneter Stelle nach links zu verlassen. Anfangs ist das Gelände hier sehr steil; wo der Rücken endgültig flach wird sich anstelle der Buchen zumindest teilweise dichterer Fichtenwald zeigt, bereitet der Abstieg dagegen keine Probleme. Eine gewisse Steilheit weist der Hang zwar auch hier noch auf, der Waldboden ist aber optimal griffig und fest. Weiter unten gibt es dagegen viel Unterholz, das den weiteren Abstieg erschweren würde. Man trifft hier aber auf einen quer verlaufenden Jagd- und Wildpfad, der meist genau an der Grenze zwischen dem gut begehbaren Hangteil und dem bewachsenen Boden in Talnähe verläuft.

Über den Steig geht es nach links und dann immer auf gleicher Höhe bleibend solange weiter, bis die parallel zum Elendgraben verlaufende Wirtschaftsstraße ebenfalls diese Höhe erreicht hat (zuletzt am besten bei einem Hochsitz ein paar Meter absteigend zur Straße hinunter). Wie zuvor weiter taleinwärts, nun aber ansteigend, gelangt man an der Elendalm vorbe izum Elendsattel. Von dort geht es dann weiter auf dem Fahrweg noch ein längeres Stück nach Valepp hinunter.

 

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