Kesselwand, 1721 m (Bayerische Voralpen)

Kesselwand - Gipfel-Daten zu diesem Berg

Im Dreieck zwischen der Zeller Scharte am Wendelstein, der Lacherspitz und der Soinwand ragt aus dem eher flachen Kammgebiet unvermittelt ein steiles Felsgebilde auf, die Kesselwand. Nach Südwesten hin ist der Gegensatz besonders stark, wo aus ebenem Gelände plötzlich eine bis zum Gipfel hinauf senkrechte Felswand wird.

Der Gipfelbereich besteht aus mehreren kleinen Felsköpfen und einem einfacher zugänglichen Punkt am östlichen Ende des Gipfelkamms. Zu dem hier stehenden Gipfelkreuz führt über die weniger felsige Nordseite ein Steig hinauf. Der höchste Punkt ist allerdings erst bei dem benachbarten Felskopf zu finden. Nur für Kletterer interessant sind die steilen Süd- und Südwestwände, während ein wegloser Anstieg mit nur einfachen Kletterstellen im Bereich des Gratrückens auch von Nordwesten aus möglich ist.

Foto-Galerie Kesselwand

Wendelstein, Soinwand, Kesselwand und Lacherspitz

Wendelstein, Soinwand, Kesselwand und Lacherspitz

Anstiege und Bergtouren Kesselwand

Aufstieg durch die Nordostflanke zum Gipfelkreuz (Steig ohne besondere Schwierigkeiten):

Durch die Nordostflanke führt ein kleiner Steig zum Gipfelkreuz hinauf, das dem höchsten Punkt knapp südöstlich vorgelagert ist. Besondere Schwierigkeiten bereitet der Aufstieg so trotz des relativ steilen Geländes nicht. Im Einzelnen haben sich mehrere, meist gleichwertige Wegspuren herausgebildet, auch da verschiedene Startpunkte in Frage kommen, insbesondere der Sattel zwischen Soinwand und Kesselwand und die Einsattelung südöstlich der Kesselwand, wo der Weg von der Soinhütte auf den Verbindungsweg Wildalpjoch – Wendelstein trifft. Vom erstgenannten Sattel aus verläuft der Steig immer annähernd in Gipfelrichtung einige Meter links unterhalb des Gratbereichs. Kommt man dagegen vom Sattel südöstlich des Gipfels – hier zeigt sich die Kesselwand besonders steil und eindrucksvoll –, gilt es zunächst auf dem Weg in Richtung Soinhütte ein Stück abzusteigen. Wo die Felsen der Kesselwand links des Wegs enden, auf einem Pfad um den Felsfuß herum auf die Ostseite und hier in Kehren etwas rechtshaltend hinauf. Unterhalb des Nordwestgrats kommt von rechts her der am Sattel vor der Soinwand beginnende Weg, der insgesamt etwas besser ausgeprägt ist. Auf den letzten, gemeinsamen Metern erreicht der Weg die Grathöhe zwischen dem höchsten Punkt und dem vorgelagerten Gipfelkreuz, das nun nur noch wenige Schritte entfernt ist.

Vom Gipfelkreuz zum höchsten Gipfelfelsen (II, wenige Meter in steilen Felsen):

Der höchste Punkt der Kesselwand liegt nur wenige Meter vom Gipfelkreuz entfernt und besteht aus einem Felsblock, der direkt rechts (nordöstlich) des Grats von einem auffallenden, etwa zwei Meter hohen Einschnitt geteilt wird.

Vom Gipfelkreuz die wenigen Meter zur tiefsten Stelle vor dem Hauptgipfel hinunter und die folgenden vorgelagerten Felsen noch kurz rechts auf dem Steig durch die Nordostflanke umgehend gelangt man unter den Fußpunkt des Einschnitts. Am besten erreicht man diesen von links her, indem man bereits einige Schritte vorher vom Steig aus schräg durch Schrofen dorthin ansteigt (noch unschwierig, max. I). Dann durch den engen Spalt sehr steil, II, auf den Gipfelfelsen (der Grat direkt daneben wäre zwar weniger geneigt, bietet aber keine guten Griffe und ist ausgesetzter).

Von Norden zum höchsten Gipfelfelsen (I, Grasschrofen über der steilen Südwestwand):

Der oberste Gipfelfelsen der Kesselwand ist am einfachsten aus der vom Gipfelkreuz gesehen entgegengesetzten Richtung zu erreichen, nämlich durch einen Anstieg knapp rechts des Nordwestgrats. Auf der linken Seite dieses Grats führt der Steig von der Einsattelung vor der Soinwand aus zum Gipfelkreuz hinauf. Um vom Steig her zum höchsten Punkt aufzusteigen, verlässt man ihn einige Meter bevor er unter den kompakten Gipfelfelsen hindurch verläuft und steigt an geeigneter Stelle zum nahen Gratrücken auf (relativ steil, Gras und Schotter). Der Rücken ist in diesem Bereich gut gangbar, auch da es möglich ist, auf die rechte Gratseite auszuweichen – die Kesselwand bricht hier nach Südwesten hin zwar steil ab, aber erst nach einer zwischengelagerten grasigen Zone.

Der Grasstreifen auf der rechten Seite setzt sich auch am Beginn des felsigen Gipfelbereichs weiter fort, wird etwas schmaler und steiler und leicht schrofendurchsetzt. Hier knapp neben dem Wandabbruch weiter aufwärts (kurz I) bis unter die obersten Schrofen und über diese (I) zum exponierten, kleinen Gipfel.

 

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