Herzogstand, 1731 m (Bayerische Voralpen)

Herzogstand beim Gratübergang vom Heimgarten

Herzogstand beim Gratübergang vom Heimgarten

Herzogstand - Gipfel-Daten zu diesem Berg

Der Herzogstand ist seit jeher ein besonderer Gipfel der Münchner Hausberge und kann bereits auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Auf seinem Gipfel wurde schon früh ein Pavillon errichtet und die Gegend war seinem Namen entsprechend schon lange ein bevorzugter Platz für die Herrschenden in Bayern. Dann diente seine Nordflanke noch als Gelände zur Installation kilometerlanger Antennen. Von alledem ist heute allerdings nicht mehr viel zu sehen, alle historischen Einrichtungen sind mehr oder weniger verfallen.

Zusammen mit dem Heimgarten bildet der Herzogstand ein berühmtes Gipfelduo. Aus großen Teilen Münchens sind dies die am schnellsten zu erreichenden größeren Berge. Der Herzogstand kommt zwar nicht ganz auf die Höhe seines Zwillingsgipfels, aufgrund der Bergbahn von Walchensee zum vorgelagerten Fahrenbergkopf aber wohl auf einen noch höheren Bekanntheitsgrad. Vom Gipfel aus lassen sich sowohl Kochel- als auch Walchensee fast vollständig überblicken.

Foto-Galerie zum Herzogstand

Herzogstand von Westen

Herzogstand von Westen

Hirschhörnlkopf direkt vor dem Jochberg, hinten Fahrenbergkopf, Martinskopf und Herzogstand

Hirschhörnlkopf direkt vor dem Jochberg, hinten Fahrenbergkopf, Martinskopf und Herzogstand

Blick vom Heimgarten zum Herzogstand

Blick vom Heimgarten zum Herzogstand

Herzogstand, Martinskopf und Fahrenbergkopf von Südwesten

Herzogstand, Martinskopf und Fahrenbergkopf von Südwesten

Der Herzogstand mit dem ersten Teil des Gratverlaufs Richtung Heimgarten

Der Herzogstand mit dem ersten Teil des Gratverlaufs Richtung Heimgarten

Der Gipfelbereich am Herzogstand mit den Kehren des Anstiegs von der Herzogstandbahn aus

Der Gipfelbereich am Herzogstand mit den Kehren des Anstiegs von der Herzogstandbahn aus

Fahrenbergkopf, Martinskopf, Herzogstand und Heimgarten über der Jocheralm am Jochberg

Fahrenbergkopf, Martinskopf, Herzogstand und Heimgarten über der Jocheralm am Jochberg

Die Erhebung im Westgrat, wo nach Norden der Seitengrat zum Rauteckkopf abzweigt

Die Erhebung im Westgrat, wo nach Norden der Seitengrat zum Rauteckkopf abzweigt

Anstiege und Bergtouren Herzogstand

Übergang vom Heimgarten zum Herzogstand (teils schrofiger und etwas exponierter, aber sehr gut gesicherter Wanderweg):

Aus dem Münchner Westen stellt die Autobahn nach Garmisch-Partenkirchen die kürzeste Möglichkeit dar, um in die Alpen zu gelangen. Als erstes größeres Felsmassiv erhebt sich hier der Kamm mit Herzogstand und Heimgarten über dem Voralpenland. Die Kombination dieser beiden Gipfel zählt zu den bekanntesten und beliebtesten Unternehmungen in den Münchner Hausbergen - und das zurecht. Die Lage oberhalb von Walchen- und Kochelsee und der Blick über die Waldhügel der Jachenau zu den Karwendelketten sind nur zwei der herausragenden Vorzüge des Gipfelpaars. Der Besuch der Gipfel kann in einer Rundtour von Walchensee aus durchgeführt werden. An schönen Tagen muss man mit sehr vielen Mitwanderern und vollen Gipfeln rechnen, was durch die Seilbahn von Walchensee aus, die den Aufstieg zum Herzogstand erheblich verkürzt, noch verstärkt wird. Um dem größten Andrang zu entgehen, kann man nur entweder sehr früh - noch vor Betriebsstart der Bahn - von Walchensee zum Herzogstand aufsteigen, oder die Tour in umgekehrter Richtung durchführen und dabei später aufbrechen. So ist es möglich, die Abendstimmung am Herzogstand zu genießen, wenn der Hauptstrom der Wanderer bereits beim Abstieg oder mit der letzten Bahn ins Tal gefahren ist. In dieser Richtung ist der Gratübergang hier beschrieben - die Seilbahn stünde so ggf. als Abstiegsverkürzung zur Verfügung.

Der Übergang vom Heimgarten zum etwas niedrigeren Herzogstand verläuft zwar durch etwas alpineres Gelände als die Normalanstiege zu den beiden Gipfeln, wurde aber für die zahlreichen Begeher gut ausgebaut und umfangreich gesichert. Die Hinweisschilder "Nur für Geübte", die sich insbesondere auch in umgekehrter Richtung finden, sind der Tatsache geschuldet, dass hier auch viele bergunerfahrene Seilbahnnutzer und Gelegenheitswanderer unterwegs sind. Wer nicht ein Mindestmaß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringt, sollte auch wirklich besser auf den Übergang verzichten. Wer dagegen schon öfter auf Bergsteigen unterwegs war, sollte im Normalfall auf keine unüberwindlichen Schwierigkeiten stoßen.

Der tiefste Punkt des Verbindungsgrats liegt ca. 200 bzw. 150 Höhenmeter tiefer als Heimgarten bzw. Herzogstand, zudem gibt es noch ein wenig zusätzliche Höhendifferenzen durch Zwischenauf- und -abstiege. Insbesondere im ersten Abschnitt ist der größte Teil des Wegs ohne Schwierigkeiten begehbar. Daneben gibt es wiederholt Stellen, an denen der Grat auf beiden Seiten mit steilen Hängen abfällt. An allen diesen Passagen wurden Seilgeländer auf einer Seite des Wegs installiert. Außerdem ist der Weg selbst immer ausreichend breit. Einige andere Abschnitte führen über schrofigen Untergrund, der aber auch an steileren Stellen gute Tritte aufweist. Hier steht ebenfalls ein Drahtseil als Hilfe und Sicherung zur Verfügung.

Nach dem Abschnitt mit den meisten gesicherten Wegstellen geht es an den Schlussaufstieg zum Herzogstand, der den Gipfel zuletzt über die rechte Flanke erreicht. Auf dem exzellenten Aussichtsgipfel steht ein Pavillon und es gibt eine Informationstafel über eine ehemalige Großantennenanlage in der Nordflanke des Herzogstands. Der Ausblick nach Süden und Norden ist natürlich fast identisch wie am Heimgarten; statt des Tiefblicks nach Westen zeigt sich nun aber östlich im Tal der Walchensee vor den Waldhügeln der Jachenau noch etwas näher. Für den optimalen Blick in diese Richtung empfiehlt sich auch noch der Besuch der nahen Gratschulter im Ostrücken, auf der ein Gipfelkreuz steht. Man gelangt dorthin, indem man dem üblichen Abstiegsweg über die SSO-Seite in Richtung Herzogstandhütte und -bahn kurz bis zur ersten Rechtskehre folgt. Diese befindet sich direkt am Ostrücken und genau am Beginn der flachen Gratschulter - zum Kreuz sind es nur noch wenige Meter. Der direkte Abstieg über den Grat vom Gipfel wäre wegen sperriger Latschen nicht von Vorteil.

Zusätzliche Option beim Gratübergang:

Im Gratabschnitt zwischen der tiefsten Einsenkung und dem Herzogstand befindet sich noch eine kleine Zwischenerhebung mit Kreuz, deren Felsen hier den Grat sperren. Diese kann ebenfalls noch besucht werden. Dazu geht man auf dem Weg, der den Gratfelsen hier südlich ausweicht, rechts an ihr vorbei, bis der Weg hinter der Erhebung wieder den Grat erreicht. Von dort führt ein kurzer Pfad auf den Gratkopf. Die zunächst einladend aussehende direktere Variante, schon am Beginn der Felsen vor der Erhebung den Hauptweg auf einer Trittspur unterhalb der Felsen nach links zu verlassen, ist zwar auch möglich, aber deutlich schwieriger und oben von Latschen behindert: Am Ende der Trittspur kann zwar links der Gratfelsen durch eine Einbuchtung mit Geröll, Gras und Schrofen zum Grat oberhalb des Felsaufschwungs aufgestiegen werden (Schwierigkeitsgrad I und Trittsicherheit erforderlich), im weiteren Gratverlauf auf der Strecke bis zum Kreuz sind die teilweise dichten Latschen aber sehr störend.

Blick vom Heimgarten-Gipfel auf den Verbindungsgrat zum Herzogstand

Blick vom Heimgarten-Gipfel auf den Verbindungsgrat zum Herzogstand

Beim Abstieg vom Heimgarten ist der Kamm anfangs noch sehr breit

Beim Abstieg vom Heimgarten ist der Kamm anfangs noch sehr breit

Kurz vor der tiefsten Einsattelung zwischen Heimgarten und Herzogstand

Kurz vor der tiefsten Einsattelung zwischen Heimgarten und Herzogstand

Blick in die nahe Ebene des Alpenvorlands

Blick in die nahe Ebene des Alpenvorlands

Vor dem Herzogstand wird die Zwischenerhebung, bei der sich der Seitengrat zum Rauteckkopf ablöst, rechts passiert

Vor dem Herzogstand wird die Zwischenerhebung, bei der sich der Seitengrat zum Rauteckkopf ablöst, rechts passiert

Rückblick zum Heimgarten

Rückblick zum Heimgarten

Durch diese Schotterrinne kann die Zwischenerhebung, die der Wanderweg rechts umgeht, von Westen her bestiegen werden

Durch diese Schotterrinne kann die Zwischenerhebung, die der Wanderweg rechts umgeht, von Westen her bestiegen werden

Auf der Zwischenerhebung mit Blick auf die verbleibende Strecke zum Herzogstand

Auf der Zwischenerhebung mit Blick auf die verbleibende Strecke zum Herzogstand

Der Grat wird nun stellenweise etwas schmaler, ist aber mit Seilgeländern gesichert

Der Grat wird nun stellenweise etwas schmaler, ist aber mit Seilgeländern gesichert

Rückblick hinter der Graterhebung: Der Weg kommt von links, während ein Seitenpfad zum Kreuz auf dem Gratkopf führt

Rückblick hinter der Graterhebung: Der Weg kommt von links, während ein Seitenpfad zum Kreuz auf dem Gratkopf führt

In diesem Bereich ist das Gelände am felsigsten und es sind am meisten Sicherungen angebracht

In diesem Bereich ist das Gelände am felsigsten und es sind am meisten Sicherungen angebracht

Eine kurze Passage mit schrofigem Untergrund (im Rückblick)

Eine kurze Passage mit schrofigem Untergrund (im Rückblick)

Hier wurde eine schmalere Gratstelle ausnahmsweise nicht mit einem Seilgeländer gesichert, der Weg ist aber ziemlich breit

Hier wurde eine schmalere Gratstelle ausnahmsweise nicht mit einem Seilgeländer gesichert, der Weg ist aber ziemlich breit

Der überschrittene Grat ab dem Heimgarten

Der überschrittene Grat ab dem Heimgarten

Noch ein Rückblick auf den anspruchsvollsten Abschnitt der Überschreitung im Anschluss an die Zwischenerhebung des Kamms

Noch ein Rückblick auf den anspruchsvollsten Abschnitt der Überschreitung im Anschluss an die Zwischenerhebung des Kamms

Das Kreuz auf der Ostschulter, dahinter der Jochberg

Das Kreuz auf der Ostschulter, dahinter der Jochberg

Aussicht in die Ammergauer Alpen mit den Tannheimer Bergen im Hintergrund

Aussicht in die Ammergauer Alpen mit den Tannheimer Bergen im Hintergrund

Vom Herzogstand aus überblickt man fast den gesamten Kochelsee

Vom Herzogstand aus überblickt man fast den gesamten Kochelsee

Blick auf Kochelsee und Walchensee von der Ostschulter des Gipfels

Blick auf Kochelsee und Walchensee von der Ostschulter des Gipfels

Abstieg nach Walchensee (Wanderweg ohne besondere Schwierigkeiten):

Das erste Stück des Abstiegs verläuft durch die latschenbewachsene SSO-Flanke des Herzogstands, wo der Weg mittels mehrerer Kehren in nur geringer Steilheit hinabführt. Am Ende des Hangs berührt der Weg den Sattel zwischen Herzogstand und Martinskopf, um anschließend leicht fallend die Ostseite des Martinskopfs zum Standort des Berggasthauses Herzogstand - dem Sattel zwischen Martinskopf und Fahrenbergkopf - zu queren. Etwa in der Mitte der Flanke zweigt nach rechts der beschilderte Aufstieg zum Martinskopf ab. Anschließend sind es nur noch wenige Minuten bis zum Herzogstandhaus, das eine Einkehrmöglichkeit bietet.

Die Abstiegsroute überschreitet nun den Verbindungskamm Martinskopf - Fahrenbergkopf und wendet sich in die Südseite des Massivs. Sie führt hier ziemlich direkt, ab dem Mittelteil oft tendenziell etwas linkshaltend, zum Parkplatz zurück. Im Waldgelände bieten sich noch einige Ausblicke auf das Karwendel und den Walchensee, allerdings ist der Weg insgesamt nicht ganz so interessant ist wie sein Pendant am Heimgarten. Schwierigkeiten gibt es keine; an einer Stelle mit seitlich steil abfallendem Gelände ist der Weg ausreichend breit und zudem mit einem - im Normalfall nicht nötigen - Drahtseil versehen. Positiv ist, dass es sich bis zum Talboden um einen Fußsteig handelt und man nicht auf weniger schönen Forststraßen gehen muss.

Abstieg vom Berggasthaus Herzogstand nach Walchensee

Abstieg vom Berggasthaus Herzogstand nach Walchensee

Rückblick auf eine etwas ausgesetzte Wegstelle mit angebrachtem Seil

Rückblick auf eine etwas ausgesetzte Wegstelle mit angebrachtem Seil

 

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