Brünnstein, 1619 m (Bayerische Voralpen)

Brünnstein - Gipfel-Daten zu diesem Berg

Als ersten größeren Berg der Bayerischen Voralpen über dem Inntal erkennt man den Brünnstein gleich an seinem kompakten, felsigen Gipfelblock. Die Schrofenwände auf Nord- und Ostseite erreichen durchaus schon eine alpine Höhe und bilden am Dr.-Julius-Mayr-Weg, einem umfangreich gesicherten, aber noch nicht als Klettersteig zu bezeichnenden Aufstieg vom Brünnsteinhaus her eine eindrucksvolle Kulisse. Weniger steil ist es am Südwestanstieg über Grashänge, allerdings folgt auch hier kurz vor dem Gipfel noch ein leicht schrofiger Bereich.

Am Gipfel steht eine kleine Kapelle, das weithin sichtbare Markenzeichen des Brünnsteins. Der höchste Punkt befindet sich direkt an dieser Stelle; die kleine Graterhebung mit Kreuz direkt westlich des Punkts, wo der Südwestanstieg den Gipfelgrat erreicht, dürfte knapp niedriger sein. Was viele allerdings nicht wissen: der eigentliche Gipfelpunkt des Massivs liegt noch ein ganzes Stück weiter am Grat im Wald versteckt. Da der Name "Brünnstein" ganz überwiegend auf das beliebte und gut erschlossene Ziel bei der Kapelle bezogen wird, ist die Bezeichnung hier genauso gewählt und der höchste Punkt des Kamms als gesonderter Gipfel unter "Brünnstein - Hauptgipfel" verzeichnet.

Foto-Galerie Brünnstein

Rotwandlspitze und Brünnstein vom unteren Teil des Steilner Grats aus gesehen

Rotwandlspitze und Brünnstein vom unteren Teil des Steilner Grats aus gesehen

Brünnstein über der Steilenalm

Brünnstein über der Steilenalm

Rotwandlspitze und Brünnstein

Rotwandlspitze und Brünnstein

Brünnstein über der Himmelmoosalm, im Hintergrund das Kaisergebirge

Brünnstein über der Himmelmoosalm, im Hintergrund das Kaisergebirge

Anstiege und Bergtouren Brünnstein

Aufstieg vom Brünnsteinhaus über den Normalweg (oben schrofiger, drahtseilgesicherter Weg):

Der Normalweg und am häufigsten begangene Anstieg zur Kapelle auf dem Brünnstein beginnt – in Gipfelrichtung gesehen – links vom Brünnsteinhaus und führt hier in den Wald hinein. Bei einer Verzweigung hält man sich rechts in Richtung Brünnsteingipfel dicht am unteren Rand einer Felswand. Schließlich geht es im Bereich einer ebenen, freien Fläche aus dem Wald hinaus, bis hierher nur mit wenig Höhengewinn. Nun in vielen Kehren über einen Wiesenhang, teils an seinem locker bewaldeten Rand, hinauf zu einem schräg von links heraufkommenden Steig. Nach rechts direkt auf den Gipfelbereich zu auf dem guten Weg weiter, bis bei einem der letzten Bäume ein Drahtseil und mehrere Trittbügel nach links hinauf leiten. Es ist hier auch möglich, direkt links von den etwas glatten künstlichen Tritten aufzusteigen, denn das Gelände ist insgesamt nicht allzu stark geneigt. Nach einer kurzen Linkskehre geht es sofort wieder nach rechts auf die Kapelle zu. Der Weg schräg durch den Grasschrofenhang ist nun durchgehend mit einem Drahtseil ausgestattet und daher trotz einiger ganz einfacher Kletterstellen eigentlich nicht gefährlich. Die Felsen sind durch die zahlreichen Begehungen allerdings schon stark geglättet, so dass das Drahtseil als zusätzliche Sicherheit auf jeden Fall von Nutzen ist.

Wo der Weg den Gipfelgrat erreicht, sind es nur noch wenige Schritte nach rechts zur Kapelle. Neben der Kapelle befindet sich auch der höchste Punkt des Gipfelbereichs – nicht aber des gesamten Brünnsteinmassivs, denn der Grat in Richtung Westen steigt bald höher an und kulminiert schließlich in dem etwas hinter Bäumen versteckten Brünnstein-Hauptgipfel. Das Kreuz einige Meter westlich der Stelle, wo der Normalanstieg den Gipfelgrat erreicht, steht dagegen noch nicht höher als die Kapelle.

Aufstieg vom Brünnsteinhaus über den Dr.-Julius-Mayr-Weg (Weganlage mit künstlichen Steighilfen):

Der Dr.-Julius-Mayr-Weg bietet eine gesicherte und mit vielen künstlichen Hilfen ausgestatte Steiganlage vom Brünnsteinhaus zur Kapelle auf dem Brünnstein. Er verläuft durch eine teilweise sehr steile und dementsprechend eindrucksvolle Umgebung, daher lohnt sich die Begehung sehr für alle, die sich in solchem Gelände sicher fühlen. Klettertechnische Schwierigkeiten gibt es praktisch nicht, da an allen Stellen, die nicht ohnehin als Gehgelände zu bezeichnen sind, Tritt- und Griffbügel, Drahtseile, Treppen und ähnliches angebracht sind. Diese erleichtern den Aufstieg so stark, dass die Bezeichnung "Klettersteig" für den Dr.-Julius-Mayr-Weg zu hoch gegriffen ist.

In Gipfelrichtung wendet man sich auf der Terasse des Brünnsteinhauses rechts am Gebäude vorbei, wo der Weg sofort steil in den Wald hinaufzieht. Der erste Teil unterscheidet sich noch nicht von einem normalen Wanderweg. Wo der Wald lichter wird, gibt es zum ersten Mal eine kurze Felsberührung mit einem – hier entbehrlich erscheinenden – Drahtseil. Der Weg zieht noch eine Weile über steile Grashänge unterhalb steiler Felsen nach rechts, wobei eine oberhalb liegende rechteckige Höhle passiert wird. Danach beginnt der Durchstieg durch die steilste, größtenteils felsige Zone des Gipfelaufbaus. Trittbügel und eine Treppe vermitteln den steilen Aufstieg zum Höhepunkt des Steigs: Links befindet sich ein fast hausgroßer Felsblock, der sich von der Wand abgelöst hat. Der Weg nutzt hier den mehrere Meter langen, ziemlich schmalen und dunklen Spalt zwischen dem Block und der Felswand, um dem kompaktesten Teil der Felswand zu überlisten. Vor dem Spalt ist eine Tafel mit dem Datum der Erbauung (1898) angebracht. Nach dem Passieren dieser Stelle, die mit breiten Rucksäcken mehr Schwierigkeiten bereitet, folgen kurz hintereinander zwei steile Treppen, dann legt sich das Gelände wieder etwas zurück. Meist hält sich der Steig nun nach links, wobei im Grasschrofengelände weiterhin viele Stellen gesichert sind. Nachdem eine Geländerippe mittels eines kurzen plattigen Wegabschnitts überquert wurde, folgen bei der weiteren ansteigenden Linksquerung noch einzelne kleine Kletterstellen. Darunter ist auch eine kleine Felsstufe, die aufgrund ihrer Steilheit noch als technisch schwierigste Stelle des Anstiegs anzusehen ist. Auch bei dieser Passage helfen aber Tritt- und Griffbügel sowie ein Drahtseil beim Aufstieg.

Anschließend betritt man den deutlich wenigen geneigten, grasigen Gipfelhang und betritt wenig später die Gipfelfläche bei der kleinen Kapelle (aus der anderen Gratrichtung kommend als der Normalweg).

Übergang vom Brünnstein – Hauptgipfel zum Brünnstein (weglos, Stellen I, aber meist Umgehung möglich):

Vom Brünnstein-Hauptgipfel über Grasschrofen (kaum I) kurz hinunter und am grasigen Kamm bis zum Felsaufschwung eines östlichen Vorgipfels. Der Vorgipfel kann rechts (auf der Südseite) leicht umgangen und von dort auch gut erstiegen werden. Im weiteren Verlauf zeigt sich die fast waagrecht verlaufende Gratkante selbst oft felsig, direkt unterhalb ist die Südflanke im Gras und Wald aber bei etwas Trittsicherheit im weglosen Gelände gut begehbar. Dies bietet an vielen Stellen die Wahl zwischen etwas unschwieriger Kletterei (meist I, an der Gratschneide teils etwas ausgesetzt) oder der Querung in der Flanke unterhalb der Felsen.

Als Ziel hat man die Kapelle auf dem Brünnstein während des Übergangs bereits an vielen Stelle vor Augen. Kurz zuvor wird noch ein auf dem Grat stehendes Kreuz passiert, dann kommt von rechts der Normalanstieg hinauf und es sind nur noch wenige Schritte zum Brünnstein-Gipfel mit der Kapelle.

Abstieg vom Brünnsteinhaus zum Tatzelwurm-Waldparkplatz (teils versicherter Wanderweg, stellenweise steiles Gelände):

Die kürzeste Abstiegsroute vom Brünnsteinhaus zum Tatzelwurm führt östlich um den Brünnstein herum. Bei der halben Umrundung des Gipfels bleibt der Weg zunächst längere Zeit auf annähernd gleicher Höhe, so dass sich der Abstieg hierdurch mehr in die Länge zieht, als man rein auf Basis der abzusteigenden Höhenmeter vermuten würde. In diesem Abschnitt ist das zu querende Gelände relativ steil. Kurz vor Ende des Steilgeländes gibt es eine künstliche Wegstelle, wo eine mit Drahtseil versehener Steg die Querung einer Steilgraspassage unterhalb einer Felswand ermöglicht. Wer sich bei solchen Wegstrecken nicht wohl fühlt, sollte daher besser eine andere Abstiegsroute vom Brünnsteinhaus wählen.

Anschließend beginnt der Weg in die Nordseite des Brünnsteins einzuschwenken und im nun flacheren Gelände langsam abzusinken. Nach einer zwischenzeitlichen Waldpassage erreicht man ausgedehnte Weideflächen und kreuzt den Fahrweg zur Großalm. Dahinter geht es wieder in den Wald hinein, wo bald eine schrofige Stelle abzuklettern ist. Das hier vorhandene Drahtseil ist bei den laubbedeckten, ziemlich steilen Felsen sicher nicht fehl am Platz. Anschließend kommt man mittels vieler Kehren im Wald dem Tal rasch näher. Schließlich auf einem Ziehweg nach links und nun immer in gleicher Richtung schräg abwärts zum Waldparkplatz beim Tatzelwurm (alle Verzweigungen im Alm- und Forstwegenetz sind gut beschildert).

 

Gipfelseiten.de - © 2013, E-Mail: mail@gipfelseiten.de - Impressum / Kontakt